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Autor Nachricht
Peter Danisch
14.06.2002
22:45 Uhr
     
Gruss aus Sibirien

Herzlichen Gruss aus Sibirien von Pfarrer Peter Danisch! Es war für mich das größte Glück meiner Kindheit, in den Ferien von meiner Heimatstadt Magdeburg zu den Verwandten nach Hötensleben zu fahren. Dort fühlte ich mich glücklich, ich fand Freunde, streunte in der Umgebung mit ihnen herum, fand in der Kirche eine besondere Atmosphäre.
Das alles fand ein jähes Ende, als 1952 die Sperrzone eingerichtet wurde. Damals war ich nicht ganz 12. Erst 1989, mit fast 50, konnte ich wieder ohne Probleme nach Hötensleben fahren.
Meine Großeltern Danisch und Tante Anna wohnten im Haus Poststraße 9, wo sich damals im Erdgeschoss das Geschäft Götsch befand.
Seit 1993 arbeite ich in Russland. Heute las ich die Nachricht, dass die Israelis eine Mauer zum Westjordanland bauen. Die Menschheit hat noch nicht genug von Mauern und Grenzen! Die Bewohner von Hötensleben haben ihre eigene traurige Erfahrung mit der Grenze. Auch in Russland, das heisst in der ehemaligen Sowjetunion sind neue Grenzen entstanden, und sie werden immer dichter. -
Unsere Aufgabe, dazu beizutragen, dass die Mauern in den Herzen verschwinden, dann werden auch keine steinernen Mauern mehr gebaut, die Menschen unnatürlich trennen.

Peter Danisch
Nowosibirsk, den 15. Juni 2002
 
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